Was bedeuten die heutigen Sehgewohnheiten für Employer Branding? Recruitingvideo Report #3

In der dritten Ausgabe unserer Recrutingvideo Reports geht es um die Sehgewohnheiten der Zielgruppen, wie sich diese im laufe der Zeit verändert haben und welche Auswirkungen das auf die Produktion von Recruitingvideos hat. Dazu versorge ich euch mit Tipps und worauf ihr dadurch achten müsst.

„“Komm zum Punkt! Wirb mich nicht voll. Es geht um mich, meine Interessen, meine Bedürfnisse. Ich erwarte Usability. Ich will, egal wo ich bin Zugang haben und mit einem Klick, mich weiter klicken. Ich entscheide was ich mir angucken möchte und wenn du nicht interessant genuge Contents lieferst, dann bin ich weg.“

Wie immer gibt es nicht nur eine Wahrheit, sondern verschiedenste Sehgewohnheiten.

Abhängig von den soziodemographischen Daten, den Interessen und dem Ort des Videogenusses.
Also während wir uns im Kino einen Film ganz anders anschauen, mit Popcorn und Co., gibt es heute viel breitere Anzahlen von Channels, in den wir uns die Videos auf unterschiedlichste Art und Weise anschauen. Wichtig ist, dass wir als Filmschaffende darauf eingehen.

Facebook, Youtube, Instagram, Karriereseite, Stellenanzeige, Xing, LinkedIn, Kununu, Snapchat, Stack Overflow – alle Channels mit unterschiedlichen Seh- und Nutzungsverhalten. Man spricht sogar von Sprachen die dort gesprochen werden, also darauf muss man sich einstellen – praktisch einstellen!

Theoretisch könnte ich auch zu jedem dieser Channel ein kleines Video machen. Wenn euch das interessiert, einfach in die Kommentare 😉

Relativierung ausgeklammert, kommen wir jetzt zu den allgemein gültigen Trends.

Zeit wird immer das kostbarste Gut bleiben. Tendenz steigend.

Das bedeutet jetzt nicht, dass wir jetzt alle raus gehen müssen und nur noch 15 Sekünder drehen. Nein!

Inhalt ist entscheidender, als die Zeit.

Aber, was wir wissen müssen ist: Sobald wir den Zuschauer langweilen, ist der oder die Gute weg. Da draußen gibt es nämlich viel zu viel guten Content und viel zu viel Konkurrenz.

Noch ein wichtiger Zusatz der jetzt hinzu kommt.

Die Toleranz ist kleiner geworden, der Anspruch größer.

Nein, es kommt nicht auf die Qualität des Bildes an.

Wie ihr seht, ich mach die Dinger auch aufm Handy, vom Stativ aus, einfach nur was zählt ist der Inhalt. Aber angenommen, dass hier sind unsere Nutzer und die können mit uns reden, die würden jetzt folgendes zu uns sagen:

„Komm zum Punkt! Wirb mich nicht voll. Es geht um mich, meine Interessen, meine Bedürfnisse. Ich erwarte Usability. Ich will, egal wo ich bin Zugang haben und mit einem Klick, mich weiter klicken. Ich entscheide was ich mir angucken möchte und wenn du nicht interessant genuge Contents lieferst, dann bin ich weg.“

Was bedeutet das jetzt für uns?

Da steckt nämlich jede Menge dahinter. Wir müssen uns noch stärker damit beschäftigen was die Zielgruppe tatsächlich interessiert und das noch stärker in den Vordergrund rücken. Zeigt an, an was für Projekten ihr arbeitet. Das was ihr tut ist mindestens so entscheidend, wie das wie. Also öfter über die Projekte und die Tools und die Methoden sprechen, als darüber wie toll es bei euch ist.

Wir sollten zielgruppenspezifischen Content erstellen, statt Imagevideos die versuchen alle anzusprechen.

Ganz gezielt, spitze Ansprache auf die jeweiligen die wir wirklich ansprechen möchten und dann am besten auch noch auf social nach den Interessen und soziodemographischen Daten targetten. Targetten!

Wir sollten kurz, kompakt und auf den Punkt sein, wenn’s die Story zulässt.

Und nicht immer, aber immer öfter auch mal snackable Content produzieren. Snackable Content sind 15, 30 und 60 Sekünder.
Aber, kürzer heißt nicht immer besser. Die Länge des Videos kommt auf den Inhalt an und nicht andersherum. Grundsätzlich lässt sich nämlich sagen, je länger man ein Video sich anschaut, desto mehr Vertrauen baut man mit der Marke auf. Im besten Fall! Gibt auch Beispiele die eher in die andere Richtung gehen, aber gut. Über die wollen wir jetzt nicht reden.

Außerdem: Nicht jedes Video hat das Ziel Vertrauen aufzubauen. Videos sind auch Aufmerksamkeits-Kalaschnikow.

Immer diese Kriegsanalogien. Wann hört das endlich auf verdammte Scheiße!?

Wir sollten am besten innerhalb der ersten drei Sekunden klarstellen, warum das Video sehenswert ist. Und unbedingt den Mehrwert in den Vordergrund stellen. Na und dann die Markenattribute. Story first, Brand dicht gefolgt an zweiter Stelle.

Und jetzt kommt ne Sache die mega entscheidend ist:
Die Zielgruppe möchte, dass wir mit ihr Tacheles reden. Authentisch sein bedeutet mehr als Testimonial-Videos zu produzieren. Echte Einblicke sind das nicht unbedingt. Auch dort wird jede Menge Schein bewahrt. Also öffnet die Tore, lasst ein Stück weit die Hosen herunter. Die Zielgruppe wird es zu schätzen wissen.

Natürlich möchten wir nicht nur die negativen Seiten darstellen, aber Herausforderungen, Narben, in gewisser Art und Weise sind sexy.

Außerdem müssen wir auf die Funktionalität und die Sprache des jeweiligen Channels eingehen.

Also ein Video auf Facebook sieht anders aus, als ein Video auf der Karriereseite oder auf der Stellenanzeige. Zumindest sollte es.

Es gibt auch Möglichkeiten bestimmte Versionierungen zu machen, die dann halt besonders gut auf Facebook performen. Übrigens könnte man auf Facebook auch ein bisschen testen, um zu gucken welche Videos besonders gut performen, indem man dark posts macht. Aber dazu gerne ein ander Mal mehr.

Wir müssen auch wissen, dass ein Großteil der Videos auch tatsächlich mobil angeschaut wird. Also in Zeiten wo Videos nur auf Desktop angeschaut wurden, waren vorgestern.

Und was heißt das?

Das bedeutet, dass auch häufig Videos ohne Ton angeschaut werden. Also wenn man in der Bahn ist und gerade keine Kopfhörer hat, dann möchte man sich einen Stuff anschauen, aber nicht unbedingt dabei Ton anmachen.

Und was ist also wichtig?

Wir müssen darauf achten, dass wir Untertitel rein setzten, Typografie, Plakativität und dann rollt’s auch viel besser auf mobile.

Auch mega wichtig, die User Experience Journey muss so einfach und übersichtlich gehalten werden wie möglich.

Ja! Da muss alles per Klick erreichbar sein. Also für uns bedeutet das auch, call to actions – klickbar machen. Die weitere Navigation klickbar machen. Und zwar alles mit einem Klick.

Die Sehgewohnheiten variieren natürlich, je nachdem wo man sich aufhält. Wenn man auf der Karriereseite ist, hat man ganz andere Interessen und Bedürfnisse als wenn man jetzt auf Facebook surft. Diese Interessen und Bedürfnisse, auf die müssen wir eingehen.

Und ehrlich gesagt, ich finde, dass die meisten Videos da draußen eher den Marketer und den Personalmarketer happy machen, als die Zielgruppe.

Das solls auch erstmal gewesen sein. Ich hoffe ich konnte euch einen gewissen Input liefern. Wie immer, schreibt mir doch einfach in die YouTube-Kommentare eure Fragen und ich versuche beim nächsten Video drauf einzugehen und sie zu beantworten. Ansonsten schreibt mir doch gerne ne Mail, besucht mein Profil auf Xing, besucht Blickkraft.de. Blickkraft ist übrigens euer Partner für Bewegtbild und Social Media, für Marke und Arbeitgebermarke und besucht auch gerne die geschlossene Facebook Gruppe HR-Video, Bewegtbild im Personalmarketing.

Bis dahin, Tschüss und auf Wiedersehen.

Hier direkt zu den letzten zwei Videos:

RVR#1 – Was macht ein gutes Recruitingvideo aus? 

RVR#2 – Was macht Recruitingvideos authentisch? Die Top 5 Faktoren

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