Die 5 goldenen Regeln für ein gelungenes Interview – Recruitingvideo Report #4

In dieser Ausgabe unseres Recruitingvideo-Reports weihe ich euch in meine Geheimnisse ein und verrate euch meine 5 goldenen Regeln für eine gute Interviewführung.

„Interviewt zu werden ist keine stinknormale Sache. Kamera, Licht, Mikrofon, alles Dinge die einen potentiell nervös machen können. Es ist also wichtig eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Interviewee wohlfühlt und praktisch das Interview vergisst.“

Damit ein Recruitingvideo wirklich authentisch wird, ist es wichtig ein gelungenes Interview mit seinen Testimonials zu führen. Und zwar so, dass sie vergessen, dass sie sich gerade in einem Interview befinden und wirklich ehrliche und glaubwürdige Aussagen treffen.

Um das zu gewährleisten, solltet ihr folgende 5 Schritte beachten, die ich im nachfolgenden noch einmal genau ausführen werde:

1. Wähle den richtigen Interviewpartener
2. Wir führen keine Interviews, wir führen Gespräche
3. Das beste herausholen durch clevere Interviewtechniken
4. Erinnere nie an die Interviewsituation
5. Du bist ansteckend

Wem das zu viel zu lesen ist, der findet jeden Schritt in einem Video auch nochmal auf Youtube.

1. Wähle den richtigen Interviewpartner

Bevor es ans Set geht und Interviews gemacht werden, muss erst einmal gewerkstelligt werden, ob er denn der richtige Interviewpartner ist.
Das macht man am besten mit Vorgesprächen. Persönlich, per Skype, oder per Telefon. Priorisierung genau in dieser Reihenfolge.

Bei den Vorgesprächen achtet man vor allem auf drei Dinge:

“Videogenität”, Story-Potential, und Kommunikationsziele.

Ja, das Wort “Videogenität” habe ich jetzt einfach mal erfunden.

Gemeint ist damit folgendes:

– Kann die Person frei erzählen? – Top.
– Kann sie vielleicht sogar reflektieren? – Mega.
– Wie verschachtelt oder auf den Punkt formuliert sie? – Verschachtelungen sind eigentlich nicht so gut, sind aber händelbar.
– Stolpert die Person über die eigenen Worte, oder bringt sie dich zum Einschlafen während des Gesprächs? – Nicht so gut.
– Ist die Person sie selber, oder verstellt sie sich? – A.k.a. Ist sie authentisch?
– Wie ist ihr Sprechrhythmus?
– Hat die Person vielleicht einen Stock im Arsch? – Keiner mag Stöcke im Arsch… Glaub ich zumindest.
– Wenn die Person über die Arbeit spricht, was versteckt sich in der Stimme? Euphorie, Freude, Leidenschaft, oder Skepsis und Frust?

Das Aussehen des Testimonials ist eigentlich vollkommen irrelevant. Ich finde es auch eigentlich ganz cool, wenn die Unternehmen das ähnlich sehen.
Das tun ja auch viele, aber trotzdem sind Vorgespräche per Skype, telefonisch oder persönlich trotzdem eine gute Idee,
damit man auch mal einen Eindruck von der Gestik und Mimik der Person hat.

Nächstes Stichwort: Story-Potenzial.

– Was ist ihre Geschichte was hat die Person für Erfahrungen gemacht in der Firma was hat sie spannendes erlebt?
– Was ist so ihre Einstellung?
– Wie tickt sie?
– An was für Projekten hat sie gearbeitet?

Da muss man einfach ein bisschen nach Stories jagen, die am besten zu den Kommunikationszielen passen.

Das ist dann der nächste Schritt: Kommunikationsziele abhorchen.

Man sollte prüfen, wie die Person die Kommunikationsziele auch tatsächlich selbst lebt.

Also, welche Werte aus der EVP oder aus den Kommunikationszielen treffen überhaupt zu?

Ich habe einmal erlebt, dass ich mit mehreren Leuten Vorgespräche geführt habe und keiner von denen irgendeinen von den Kommunikationszielen gelebt hat. Das war interessant,
und letzten Endes haben wir auch aus den Vorgesprächen ganz viele andere Story-Schätze gefunden und konnten uns dann darauf konzentrieren.

Witziger Weise ist dann im Verlauf der nächsten Jahre die EVP auch mehr in die Richtung gewachsen. Also ihr Employer Branding-Agenturen da draußen, zieht euch warm an!

Wenn wir “Videogenität”, Story-Potential und Kommunikationsziele nun also geprüft haben, dann kann das Interview theoretisch auch ein Erfolg werden, es kann aber auch noch jede Menge schief gehen.
Um das zu verhindern, solltet ihr euch unseren weiteren Regeln beachten. Und mit Regel Nummero 2 kommen wir raus aus dem Vorgespräch und gehen ran ans Set.

Unsere zweite goldene Regel für eine gute Interviewführung lautet:

2. Wir führen keine Interviews, wir führen Gespräche

Interviewt zu werden ist keine stinknormale Sache. Kamera, Licht, Mikrofon, alles Dinge die einen potentiell nervös machen können.

Was ist also wichtig? Eine Atmosphäre zu schaffen in der sich der Interviewee wohlfühlt und praktisch das Interview vergisst. Wie wir das schaffen fragst du? Mit drei Schritten:

– Stimmung am Set / Angst nehmen
– Transparenz
– Vom Smalltalk zum Real Talk

Die Stimmung am Set ist das A und O.

Da muss alles entspannt sein, positiv sein, die gesamte Crew ist lieb und nett, easy, immer mit nem Lächeln auf dem Gesicht. Natürlich nicht gefaked, sondern real, das schafft schon einmal eine Grund-Entspanntheit.

Trotzdem wird noch eine gewissen Unsicherheit bestehen und die Aufgabe des Interviewers ist es, diese Ungewissheit ein Stück weit wegzunehmen. Das bekommt man hin durch eigene Souveränität, aber auch durch Transparenz am Set. Das bedeutet zu erzählen, was wie wann wo passiert, damit derjenige sich mit ins Boot genommen fühlt.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

“Also ich erklär dir jetzt einmal was wir so machen, damit du Bescheid weißt. Also der Raik ist unser Tonmann und macht dir gleich so ein Mikrophon hier ran und verkabelt dich so´n bisschen.
Dann bekommst du noch ein bisschen transparentes Puder aufgesetzt, damit du nicht glänzt. Dann setz dich doch einfach mal ganz entspannt hin und wir machen genau das,
was wir auch im Vorgespräch gemacht haben. Einfach nur schnacken. Easy. Du musst an nichts denken. Du brauchst dich einfach nur zurücklehnen und mit mir schnacken. Wollen wir das so machen? Okay.”

So ungefähr läuft das ab. Es ist also wichtig, den jeweiligen mitzunehmen, abzuholen, so ein bisschen diese Anspannung zu nehmen und einfach selber mal ne gewisse Lockerheit auszustrahlen.
Dann kommt das auch besser wieder zurück.

Etwas, das ich auch immer sage, ist:

“Hey du brauchst dir auch gar keine Sorgen zu machen von wegen, dass du nicht perfekte Sätze bringst, oder was auch immer. Wenn du dir mal unsere Videos angeguckt hast, wirkt das immer so als würden alle Leute immer irgendwie perfekt sprechen, tun sie aber nicht, das ist the magic of editing.”

Kommen wir zu dem Punkt “Vom Smalltalk zum Real Talk”.

Als Interviewer kennen wir unsere Gesprächsthemen. Also wir haben unsere Vorgespräche geführt, Story-Potential abgeklopft, Kommunikationsziele gesehen und gesagt okay, hey,
ich möchte mit der Person über folgende Themen sprechen.

Aber das wird nicht einfach so durchgerattert, wie das Interview auf dem Zettel steht, sondern ganz natürlich. Denn wir führen ja keine Interviews, sondern erstmal ein bisschen Smalltalk
und dann ohne offizielle Einleitung ins Interviewgespräch. Am Besten so, dass die Person das noch nicht einmal checkt, dass wir das Interview gestartet haben.

Kurze Checkliste:

– Wir stottern die Fragen nicht eines nach dem anderen ab.
– Wir haben Spaß beim Gespräch.
– Wir führen ein fließendes und auf Augenhöhe geführtes Gespräch und tauchen Step by Step immer ein Stück tiefer ein.
– Oberflächliche Antworten sind uns nie genug.
– Wir haken immer nach und gehen immer tiefer und tiefer in den Kern, bis wir ihn erreicht haben und die Persönlichkeit des Menschen herauskristallisiert haben.

Was es da für Fragetechniken genau gibt, dazu kommen wir im nächsten Schritt.
Aber vorher noch ein letzter aber sehr wichtiger Punkt:

Im Gespräch werden Antworten niemals wiederholt, oder perfektioniert. Das ist ein absoluter Anfängerfehler.

Außer bei gescripteten Videos, aber das ist ein anderes Thema und wahrscheinlich auch ein ganz anderes Video und hat jetzt hier nichts verloren.

Kommen wir jetzt also zu unserer nächsten goldenen Regel:

3. Das Beste herausholen durch clevere Interview-Techniken

Wenn man nur Fragen vorbereitet und darauf hofft, dass der gegenüber gute Antworten liefert, dann überlässt man das Ganze dem Zufall.

Wir wollen ja aber nicht nur gute Fragesteller sein. Ein Filmemacher hat den Film bereits im Kopf bevor er ihn dreht. Er kennt das Potential seines Gegenübers durch die Vorgespräche,
weiß was er ungefähr hören will und seine Aufgabe ist es jetzt den gegenüber dort hinzubekommen.

Damit ist nicht gemeint, dass man demjenigen Worte in den Mund legt. Man möchte einfach nur das Beste herausholen. Und wie kommt man da hin? Durch clevere Fragetechniken:

Kenne den Anfang, kenne das Ende und kenne das, was in der Mitte passiert und erfrage die Fragen auch mit den Antworten im Sinn.

Male mit Fragen. Du kannst mit der Art und Weise wie du Fragen stellst, Bilder im Kopf des Gegenübers erzeugen und damit auch indirekt ein Stück weit dafür sorgen,
dass der Interviewee deine Bilder und Worte mit in seine Antwort integriert. Mach das aber wirklich nur, wenn du das Gefühl hast, dass du dem Gegenüber ein bisschen auf die Sprünge helfen musst.

Natürlich stellst du offene Fragen, keine geschlossenen Fragen.

Nutze anregende Fragestellungen, wie zum Beispiel: “Erzähl mir von…, Beschreib’ mir mal…, Wie fühlt es sich an…, Wie siehst du das?” Das sind Fragen, die anregen.
Da geht man auch mal inne und fragt sich: ‘Wie sehe ich das?’ Holt gerne aus! Das sind keine direkten Antworten, sondern das sind die Antworten, die ein bisschen mehr in die Tiefe gehen und genau die möchten wir haben.

Sag nie nach einer Antwort direkt: “Okay” oder “Gut”, als würdest du bereits schon das Thema abgehakt haben, als wäre das schon ausreichend. Die Leute sitzen vor einer Kamera,
die müssen erst einmal warm werden, sich da reindenken. Denen musst du mehr Möglichkeiten geben. Deswegen schließen wir nicht ab mit: “Gut!”… Pause. Oder: “Okay!” Sondern wir sprechen weiter.
In einem Gespräch ist es ja auch nicht so, dass du erst ein Gespräch anzettelst und direkt antwortest mit: “Ja gut.” Da fragt man auch mal Gegenfragen nochmal und will das noch besser verstehen
und findet die Antworten ja auch interessant. Der Gegenüber muss denken: ‘Ey, der interessiert sich für mich. Cool!’

Noch ein Trick:

Statt einem “Okay”, auch einfach mal erwartungsvoll anschauen. Und die Antworten einfach kommen lassen. In dieser langen Pause in der dein Gegenüber denkt, ‘Ah, okay, ich muss noch was sagen’,
hab ich richtig tolle Antworten teilweise bekommen. Natürlich macht man das nicht die ganze Zeit, so dass die Person unter Druck steht oder verunsichert wird. Aber manchmal, wenn die Person darüber
spricht wie toll es ist und wie super das ist, dann schau ich sie auch einfach mal an und sie guckt mich an und sagt:

“Ne wirklich, ist so! Ich hab wirklich die beste Zeit in meinem Leben hier! Echt jetzt!”

Und das ist eine Aussage die man dann auch wirklich nutzen kann.

Da hab ich auch ein Beispiel für, bei unserem Video für die HUK Coburg:

“Ich mag auch einfach diesen Mix aus allem. Es wird auch einfach nie langweilig. Es gibt für mich soweit keine Verbesserungsvorschläge…wirklich nicht!”

Und noch eine wichtige Sache:

In einem Interview behandelt man ein Thema nach dem anderen. Man springt nicht in Themen hin und her und hin und wieder zurück, denn das ist anstrengend für dein Gegenüber.
Der denkt sich dann: “Ach Mensch, über das Thema haben wir doch schon gesprochen.” Das würde das Ganze nur in die Länge ziehen, und das Gespräch sehr zäh machen.
Und das möchten wir natürlich vermeiden.

Übrigens: Fragen definitiv NICHT vorher verschicken!

Wenn die Jeweiligen die Fragen bereits vorher schon kennen, können sie sich zwar darauf einstellen, machen sich aber vielleicht nachts einen Kopf darüber und fangen vielleicht sogar an sich Sachen aufzuschreiben,
zu notieren, auswendig zu lernen. Und das ist gar nicht gut.

Denn wenn ich anfange etwas auswendig zu lernen, dann muss ich ja irgendwelche schauspielerische Fähigkeiten haben um das auswendig Gelernte authentisch rüberzubringen.
Und da die Damen und Herrschaften weder Hillary Swank noch Denzel Washington heißen, wird das eher ein Schuss in den Ofen.

Ich habe da auch nochmal ein Praxisbeispiel – unabhängig von allem was ich bis hierhin erzählt habe, hier mal ne kleine Anekdote:

Unsere Wempe Videos. Ich weiß nicht ob ihr die kennt, aber sie wurden ausgezeichnet für die besten Recruitingvideos ever, vom Queb. Hier könnt ihr sie sonst nochmal anschauen.

In der ersten Kampagne haben wir vier Testimonialvideos produziert, die alle gleich begannen, nämlich mit dem Thema: “Faszination und Leidenschaft mit der Welt der Uhren und des Schmucks.”

In diesen Videos gab es ein Testimonial namens Julian, Zielgruppe Uhrenmacher.

Julien ist nicht unbedingt ein bildhafter Storyteller, der mit blumigen Worten seine Leidenschaft und Faszination ausdrücken konnte. Daher haben wir uns ein Spiel überlegt und eine Fragetechnik angewandt,
um diese Leidenschaft und Faszination noch greifbarer zu machen.

Und das Ganze sah dann so aus:

– “Julian, wir spielen jetzt mal kurz ein Spiel, okay? Schließ mal kurz die Augen. Stell dir vor du kommst zur Arbeit, gehst den Gang entlang, die Treppen hoch, die Uhrenwerkstatt lang und setzt dich an deinen Arbeitsplatz.
Sitzt du?”

– ”Ja.”
– “Okay. Erzähl mir mal, was du gerade siehst.”

Das Ding haben wir ein paar mal gemacht und das hat sich auch wirklich gelohnt, das war ein schöner Anfang für seinen Film:

“Wenn ich an Wempe denke, denk ich an meine Arbeit, meinen Arbeitsplatz, der Blick ist natürlich auf mein Werktisch gerichtet, ich sehe meine Hände die vor mir auf meinem Werktisch liegen,
ich habe mein Werkzeug direkt zur Stelle, meine Zange – so die Werkzeuge die man am Meisten gebraucht. Vor mir seh ich dann noch meine Arbeitsfläche, ein mechanisches Uhrwerk,
da bin ich halt dabei, das jetzt in Angriff zu nehmen.”

So viel zu den Fragetechniken. Kommen wir nun zur Regel Nummer 4, in der es darum geht wie wir es schaffen
– nachdem wir diese ganze Entspanntheit modelliert haben- auch dafür zu sorgen, dass es so entspannt und echt bleibt.

4. Erinnere nie an die Interviewsituation

Das ist eine der wichtigsten Regeln überhaupt. Regel Nummer 2 lautete ja: Wir führen keine Interviews, wir führen Gespräche. Bedeutet, dass der Interviewpartner vergisst,
dass er oder sie sich in einem Interview befindet. Jegliche Erinnerungen daran sind unser Feind.

Sie bringen nämlich Nervosität, Perfektionismus, Angst und Terror. Und das sollten wir auf jeden Fall verhindern.
Was definitiv gar nicht geht ist auf den Zettel zu gucken und fragen abzulesen:

“So, Peter. Erzähl mir mal von deinen Anfangstagen, wie war das so?”

Auch in Zeiten von Smartphones und Co: So führt man keine Gespräche, das ist ein absolutes No-Go!

Dieses Blatt Papier das du da in der Hand hast, erinnert an ein Interview.

Das muss weg oder eben wirklich sehr subtil genutzt werden. Ein Tablet zu nutzen ist übrigens auch möglich.

Was auch nicht geht, ist eine Filmklappe. Denn sie erinnert an – richtig, an Film!

Wir sind hier aber nicht beim Film. Deswegen, weg damit!

Nächstes Don’t – sage niemals: “Das war schon ganz gut, aber, so können wir das nicht nutzen, kannst du das nochmal anders sagen?”

Nope. Deine Probleme sind nicht seine Probleme. Wenn du das Problem hast, dass die Person etwas noch anders sagen müsste, dann stell die Frage anders und zwar am besten tatsächlich auch so,
dass der gegenüber nicht denkt, ‘Oh, ich muss jetzt Folgendes irgendwie sagen…’, denn diese ständige Erinnerung an ein Interview ist genau das, was du nicht machen darfst!

Es muss natürlich fließen.

Also, bitte keine Aussagen wie: “Kannst du bitte meine Frage in deine Antwort mit integrieren, denn dann können wir das besser schneiden.”

Okay, was machen wir also, wenn du merken solltest, dass da beispielsweise der Hauptsatz gefehlt hat, oder auch einfach nur ein Wort?
Ganz einfacher Trick: Wir spielen hier wieder das selbe Spiel wie sonst auch und stellen eine ähnliche Frage. Nur gehen wir diesmal tiefer auf die Frage ein und hoffen, dass die Person dann
bei der Beantwortung diesen einen Hauptsatz, diesen Nebensatz, oder das eine Wort noch einmal erwähnt, denn dann können wir es auch miteinander kombinieren und so schneiden, wie wir es brauchen.

Wir wollen ja nie den einen perfekten Satz, denn wir können die Aussagen hinterher noch zurechtschneiden.

Dass die Videos am Ende so perfekt wirken, wenn sie fertig sind, liegt ja nicht daran, dass diese Aussagen auch genau so aus den Personen herausgekommen sind,
sondern sind eine Kombination aus mehreren Sätzen. Deswegen ist es wichtig zu schauen, wie wir das hinbekommen, dass die Person auch alle Sätze sagt, die wir brauchen.

Das geht zum Beispiel so:

“Wie jetzt, hab ich das grade richtig verstanden? … Achso. Und das bedeutet? …”

Und da kommt dann meistens die Antwort nochmal in anderen Worten. Man muss sich also einfach ein bisschen auf doof stellen und die Frage nochmal wiederholen oder so tun,
als würde man das nicht verstanden haben. 1+1 gleicht 3? – Ja, manchmal muss man sich ein wenig zum Affen machen.

Noch eine Sache: Unterbrechungen sind Rausreißer und sollten definitiv vermieden werden. Am Besten so gut vorbereiten, dass nicht Tonmann und Kameramann irgendwie
ab und zu mal unterbrechen müssen, weil das Mikrofon raschelt, oder der Hemdkragen noch nicht richtig sitzt. Am besten vorher nochmal mit der Crew sprechen und sagen:

“Ey, bitte nicht allzu perfektionistisch, mir ist viel wichtiger, dass die Person beim Interview nicht gestört wird.”

Einmal ein kurzes Briefing an die Crew und gut ist.

Und das Handy während des Interviews auf Flugmodus zu stellen, ist übrigens auch keine schlechte Idee! Ach ja, und noch etwas, das ich dem Personal des Kunden gerne mit auf den Weg gebe: Es ist eigentlich nicht so gut,
wenn sie die ganze Zeit dabei sein wollen. Denn das kann bei den Protagonisten Ängste hervorrufen oder dazu führen, dass der Jeweilige denkt, dass er jetzt politisch korrekte Antworten getreu der EVP o.ä. geben muss.

Brieft eure Dienstleister also einfach gut genug und überlasst es denen die Interviews zu führen und selbst, wenn etwas sein sollte, kann man da immer noch im Schnitt da ganz viel machen.

Das war’ s dann auch mit unserer vierten Regel, kommen wir jetzt also zu unserer letzten goldenen Regel für gute Interviewführung und widmen wir uns im Folgenden mit dem Thema Mirroring.

5. Du bist ansteckend!

Man kennt das ja: Gewisse Testimonials sind irgendwie glaubhafter, spaßiger, persönlicher, thematisch tiefgehender als andere.
Die Frage ist: Woran liegt das?

Klar hat das jede Menge mit der Persönlichkeit des Interviewees zu tun, aber auch mit der emotionalen Intelligenz des Interviewers oder der Interviewerin.

Als Interviewer kann man nämlich die Stimmung, das Tempo und die Tiefe des Interviews maßgeblich beeinflussen.

Du möchtest Spaß transportieren, hab Spaß beim Interview.
Du möchtest ein persönlicheres Interview, dann fall nicht gleich mit der Tür ins Haus, aber stelle step by step immer intimere Fragen.
Du möchtest Expertenwissen anzapfen. Dann heißt es sich gut vorzubereiten und sein Gegenüber herauszufordern.

Man kriegt meistens das zurück, was man auch erfragt.

Klar, nicht immer, aber man hat einen Einfluss. Manchmal strahlen die Augen des Interviewees irgendwie besonders, das liegt auch daran, dass der Gegenüber hinter der
Kamera gerade mit strahlenden und erwartenden Blicken und interessierten Augen das Gleiche widerspiegelt.

Müder Gesichtsausdruck, oder Desinteresse das sorgt halt auch für scheiß Antworten.

Besonders schwierig ist es ja, wenn der Gegenüber irgendwie nen Stock im Arsch hat. Dann sei einfach locker und reagier da locker drauf und irgendwann wird er dann schon dahin kommen,
es sei denn er hat nun einmal einfach einen Stock im Arsch. So ist der Kollege, da kannst du dann auch nichts machen. Manchmal ist das einfach und dann kann man da machen, was man will,
es ändert auch nichts daran. Aber ich sag mal, man kann es versuchen.

So und für alle, die jetzt alles bis hierhin gelesen haben: Respekt! Hut ab!

Hätte ich nicht gemacht. Aber ich werde in Zukunft mal Contents erstellen, die ein bisschen einfacher sind, das war jetzt ein dicker Brocken.
Aber hey, du hast es geschafft! Das waren die fünf goldenen Regeln für authentische Interviewführung, sponsored by Blickkraft.

Besucht mich auch gerne auf meinem Xing-Profil, schreibt mir auch eine Nachricht, ich bin auch ein Networker Typ, also – don´t be shy, it’s just a guy!

Ich habe auf jeden Fall Spaß bei dieser Geschichte und überlege ein paar mehr Videos zu produzieren.

Was haltet ihr davon?

Das ist auf jeden Fall der bisher längste Recruitingvideo-Report. Das Ganze werdet ihr auch – in 5 Videos unterteilt – auf Youtube finden. Und wenn ihr euch auch für weitere Recruitingvideo-Themen interessiert,
könnt ihr auch gerne meinen letzten 3 Reports vorbeischauen.

Ansonsten vielen Dank für’s lesen und bis zum nächsten Mal!

Euer Payam

Hier geht es zu meinen anderen Videos:

RVR#1 – Was macht ein gutes Recruitingvideo aus?

RVR#2 – Was macht Recruitingvideos authentisch?

RVR#3 – Was bedeuten die heutigen Sehgewohnheiten für Employer Branding?

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